Presseerklärung der Bockenheimer Abteilung des schwarzen Blocks vom 11.06.2012: Überraschender Fund in Bockenheim

Schwarzer Block an unerwarteter Stelle aufgetaucht / Stadtteilbewohner reagieren gelassen

Während die Polizei mit großem Aufgebot die Frankfurter Innenstadt nach ihm absucht, haben aufmerksame Bockenheimer Bürgerinnen den Schwarzen Block nahe der Universität entdeckt. Augenzeugenberichten zufolge habe er sich auf einem kleinen Platz an der Ecke von Gräfstraße und Georg-Voigt-Straße zusammengefunden und harre dort bislang eher stoisch der Aufklärung des gesellschaftlichen Verblendungszusammenhangs.

Die Bockenheimer Bürgerinnen reagieren eher gelassen auf die Situation: Der Schwarze Block habe in Ihrem Stadtteil eine lange Tradition. Einer der Anwohner des Platzes, der sich Teddy Wiesengrund nennt, sagt: »Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen.« Er fügt hinzu, es sei aber »zu erwarten, dass aus den Figuren des Scheins einmal doch, scheinlos, die Rettung hervortrete«. Einige Anwohner fühlten sich beim Anblick des Schwarzen Blocks hingegen spontan an den Rätselcharakter der Frankfurter Stadtpolitik erinnert.

Peter Weiss, Sprecher des Schwarzen Blocks, warnt die Frankfurter Politik daher auch vor zuviel Gelassenheit: »Es ist schwer zu beurteilen, wie der Schwarze Block sich verhalten wird. Er ist ja schließlich dafür bekannt, dass er zur Spezies der reisenden Chaoten gehört. Die Bürger_innen Frankfurts müssen damit rechnen, dass er in naher Zukunft unverhofft auch an anderen Stellen der Stadt auftauchen wird«.

Polizei wie auch CDU-Fraktion im Frankfurter Römer warnen dem Vernehmen nach unterdessen davor, einen Blick ins Innere des Schwarzen Blocks zu werfen. Sie mutmaßen, dass sich in seinem Inneren eine potentiell umstürzlerische gesellschaftliche Sprengkraft befinde. Gerüchten zufolge erwäge man daher, eine Bannmeile um den Platz zu errichten. Alteingesessene Bockenheimer begrüßten in ersten Reaktionen diese Initiative der Frankfurter CDU. Damit könne an die Tradition des Stadtteils angeknüpft werden, in dem in den 70er Jahren schon einmal eine Freie Republik Bockenheim ausgerufen wurde.